
OSAKA NUR NOCH EINEN SIEG VON IHREM ERSTEN RASENFINALE ENTFERNT – MUCHOVA GEGEN RUSE GEFORDERT
Naomi Osaka lächelte freundlich und erklärte ihre Hitzeresistenz ganz plausibel: „Ich bin in Florida aufgewachsen…!“, sagte die viermalige Grand Slam-Siegerin nach dem 6:2, 6:2 im Viertelfinale der Bad Homburg Open powered by Solarwatt gegen Ekaterina Alexandrova. Bei Temperaturen von 37 Grad Celsius zeigte Osaka eine souveräne Vorstellung und profitierte auch von ihrem starken Service (sieben Asse). In knapp 95 Prozent der Fälle gewann sie den Punkt, wenn ihr erster Aufschlag kam.
Die an Position sechs gesetzte Osaka hat am Freitag (nicht vor 13.00 Uhr) im Halbfinale gegen Xinyu Wang nun die Chance, ihr erstes Endspiel auf Rasen überhaupt zu erreichen. In ihrem bislang einzigen Semifinale auf Rasen hatte die Japanerin 2018 in Nottingham gegen Ashleigh Barty verloren.
Auch Muchova könnte Sprung in ihr erstes Gras-Finale schaffen
Im zweiten Halbfinale (nicht vor 15.00 Uhr) ist Karolina Muchova (Nr. 4) gegen Turnier-Überraschung Elena-Gabriela Ruse gefordert, die sich als Qualifikantin in die Runde der letzten Vier gespielt hat. Die Rumänin entzauberte am Donnerstag die zweimalige Kurpark-Halbfinalistin Emma Navarro mit 6:4, 6:2. Am Vortag hatte die US-Amerikanerin die topgesetzte Wimbledon-Queen Iga Swiatek ausgeschaltet. Die Tschechin Muchova, einst French Open-Finalistin, hatte dagegen beim 1:6, 6:2, 6:4 gegen Clara Tauson (Dänemark) viel Mühe, ehe ihr Erfolg nach 2:03 Stunden feststand.
„Ich habe etwas passiv begonnen, während Clara unheimlich schnell gespielt hat. Zum Glück konnte ich das Match noch drehen“, meinte Muchova, die in diesem Jahr ihre Turnierpremiere im Kurpark feiert. Die ungesetzte Wang war durch ein Walkover ins Halbfinale gerutscht, da Elina Svitolina (Nr. 3) wegen einer Hüftverletzung zurückziehen musste.
Hamburg und Petkovic – da war doch was! Ruse glaubt an gutes Omen
Die in Bukarest beheimatete Ruse indes konnte ihr Glück kaum fassen. Immer wieder schlug sie die Hände vor ihr Gesicht und schüttelte nach ihrem Coup ungläubig den Kopf. Mit ihrem märchenhaften Durchmarsch im Kurpark hat sie offenbar selbst nicht unbedingt gerechnet. Der Flug nach London zum Wimbledon-Turnier musste nun erneut umgebucht werden – und das vom Team Ruse gemietete Haus im Südwesten der englischen Metropole steht weiterhin gähnend leer.
„Ich muss meine Pläne wohl ändern“, sagte die 28-Jährige, die sich als Qualifikantin souverän in die Runde der letzten Vier spielte. Auch ein gutes Omen für Ruse vor dem mit Spannung erwarteten Halbfinaltag, dass sie ihren bislang einzigen WTA-Titel bei einem deutschen Turnier feiern konnte: 2021 in Hamburg. Im Finale bezwang die Rumänin damals übrigens keine geringere als…Andrea Petkovic!



